Rohrschellen nach DIN: Unterschiede & Anwendungen

Rohrschellen im Vergleich: DIN-Normen kurz erklärt
Wer Rohrschellen auswählt, stößt schnell auf verschiedene Bauformen, Materialien und Normen. Die wichtigsten DIN-Normen helfen dabei, die passende Schelle für den jeweiligen Einsatzbereich zu finden.
DIN 3567
Zweiteilige Rohrschellen
Für robuste Rohrbefestigungen in Industrie, Anlagenbau und Rohrlagern.
DIN 4109
Schallschutzschellen
Für Installationen, bei denen Schallübertragung reduziert werden soll.
DIN 3015
Hydraulikschellen
Für Hydraulik- und Pneumatikleitungen im Maschinenbau und in der Landwirtschaft.
DIN 1592
Konsolenschellen
Für vertikale Rohrführungen, Tankanlagen, Behälterbau und Sonderanwendungen.
DIN 3567: Die klassische zweiteilige Rohrschelle
Die DIN 3567 beschreibt zweiteilige Rohrschellen, die häufig aus Stahl, feuerverzinktem Stahl oder Edelstahl gefertigt werden. Sie dienen zur stabilen Befestigung von Rohrleitungen an Wänden, Decken, Trägern oder Konsolen.
Typische Einsatzbereiche sind Industrieanlagen, Rohrlager, Anlagenbau, Versorgungstechnik und technische Rohrinstallationen. Die beiden Schellenhälften werden verschraubt und fixieren das Rohr sicher.
DIN 4109: Schallschutz bei Rohrbefestigungen
Die DIN 4109 ist keine reine Produktnorm für Rohrschellen, sondern beschreibt Anforderungen an den Schallschutz im Hochbau. Für Rohrbefestigungen bedeutet das: Die Übertragung von Körperschall soll reduziert werden.
Deshalb werden in diesem Bereich häufig Rohrschellen mit Gummieinlage eingesetzt. Sie eignen sich besonders für Heizungsrohre, Abwasserleitungen, Sanitärinstallationen und Wohngebäude.
DIN 3015: Hydraulikschellen für Leitungen und Schläuche
Die DIN 3015 beschreibt modulare Rohr- und Schlauchschellen für Hydraulik- und Pneumatiksysteme. Diese Schellen bestehen meist aus Kunststoffkörpern mit passenden Metallteilen zur sicheren Montage.
Sie werden häufig im Maschinenbau, in der Landwirtschaft, in Hydraulikanlagen, Fahrzeugtechnik und industriellen Leitungssystemen eingesetzt.
DIN 1592: Konsolenschellen für vertikale Rohrführungen
Die DIN 1592 beschreibt spezielle Konsolenschellen, die mit einer festen Trägerplatte ausgestattet sind. Dadurch eignen sie sich besonders für senkrechte Rohrführungen und stabile Befestigungen.
Typische Einsatzbereiche sind Tankanlagen, Behälterbau, chemische Industrie, Sprinkleranlagen und technische Anlagen mit vertikaler Rohrführung.
Vergleich der wichtigsten DIN-Normen
| Norm | Schellentyp | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| DIN 3567 | Zweiteilige Rohrschelle | Industrie, Anlagenbau, Rohrlager |
| DIN 4109 | Schallschutzanforderung | Sanitär, Heizung, Abwasser, Wohngebäude |
| DIN 3015 | Hydraulikschelle | Hydraulik, Pneumatik, Maschinenbau |
| DIN 1592 | Konsolenschelle | Tankbau, Behälterbau, vertikale Rohrführung |
Welche Rohrschelle ist die richtige?
Die passende Rohrschelle hängt vom Einsatzzweck ab. Für robuste Industrieanwendungen ist häufig eine zweiteilige Schelle nach DIN 3567 sinnvoll. Für schallgedämmte Installationen im Gebäude kommen Schellen mit Gummieinlage zum Einsatz. Hydraulikleitungen werden meist mit Schellen nach DIN 3015 befestigt, während Konsolenschellen bei vertikalen Rohrführungen ihre Stärke ausspielen.
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